Not Available: David Bowie – Toy (2001)

Selten gibt es einen aktuellen Anlass für die Serie Not Available, in der es um Platten geht, die niemals erschienen sind. Gut, da waren die Klaxons, die zwischen ihrem ersten und zweiten Album noch eine Folk Platte eingespielt haben sollen, aber sonst? „Toy“ von David Bowie bietet sich derzeit an, da die mittlerweile zehn Jahre alten Aufnahmen inzwischen geleaked wurden.
David Bowie ToyNachdem Bowie 1999 „Hours…“ veröffentlichte ging er auf eine ausgedehnte Tour, auf der er auch altes Material in die Setlist aufnahm. Bowie selbst zeigte sich von den neuen Arrangements von Stücken wie „Can’t Help Thinking About Me“, „I Dig Everything“ oder „The London Boys“ begeistert und es wuchs der Wunsch, ein ganzes Album mit neuen Aufnahmen alter Stücke aus den 60ern aufzunehmen. Keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass Bowies Durchbruch erst 1969 kam und selbst einigen Fans viele Stücke vor dieser Zeit unbekannt sind. Bereits im Frühjahr 2001 waren die Aufnahmen und das Artwork für „Toy“, so der Titel, fertig gestellt.
Neben Neuaufnahmen von Songs wie „Let Me Sleep Beside You“ oder „In the Heat of the Morning” gab es auch Originalmaterial für „Toy“, wie z.B. die Songs „Uncle Floyd“ oder „Afraid“, die ihren Weg dann auf das 2002 erschienene „Heathen“ fanden. Doch warum erschien „Toy“ nicht, obwohl es bereits fertig war? Viele vermuten, das Virgin, das damals einen Vertrag mit Bowie besaß, kein Interesse hatte ein Album voller Songs zu veröffentlichen, an denen sie nicht die Rechte hielten. Und als Bowie Ende 2001 das Label verließ, um mit ISO seine eigene Plattenfirma zu gründen, widmete er sich mit „Heathen“ direkt einem neuen Album.
Einige Stücke die für „Toy“ vorgesehen waren erschienen als B-Seiten auf Singles. Das Album in seiner Gänze blieb allerdings unveröffentlicht.
„Let Me Sleep Beside You“ in der Toy Version:

Das komplette Tracklisting:
1. Uncle Floyd
2. Afraid
3. Baby Loves That Way
4. I Dig Everything
5. Conversation Piece
6. Let Me Sleep Beside You
7. Toy (Your Turn To Drive)
8. Hole In The Ground
9. Shadow Man
10. In The Heat Of The Morning
11. You’ve Got A Habit Of Leaving
12. Silly Boy Blue
13. Liza Jane
14. The London Boys
[via dangerous minds]

0 Gedanken zu „Not Available: David Bowie – Toy (2001)“

  1. Bin begeistert von dem neuen Arrangement von “Let me sleep beside you” und traurig darüber, dass das Album “Toy” niemals in den Plattenläden landete. Gerade für die unglaublich treuen Bowie-Fans, die ihm seit teilweise über 4 Jahrzehnten die Stange halten, wäre es ein tolles Geschenk gewesen und hätte sich – da bin ich sicher – auch relativ gut verkauft.
    Klar, Bowie hat es nicht mehr nötig auf Verkaufszahlen zu achten. Wohl seine damalige Plattenfirma. Aber auch bei einem Album wie damals 1977 “Low” waren ihm der künstlerische, musikalische Aspekt wichtiger als der rein kommerzielle und so hätte er es auch mit “Toy” betrachten können. Zeigen doch die wirklich gelungenen Neuarrangements sein schon früh entwickeltes Talent und Gespür für Melodien und vor allem auf den Punkt gebrachte Texte, bei denen nie ein Wort zuviel oder ein Refrain zu oft gebracht wurde.
    Vielleicht, wer weiß, eines Tages…? Da der Meister selbst schon 2007 in einem Interview bekannt gab, “die Schnauze gestrichen voll von der Musikindustrie” zu haben, ist die Hoffnung sehr gering, dass er sich und seine Fans noch einmal mit einem neuen Album oder gar mit einer Tour beglückt. Und das Unglück der Fans ist nun einmal sein Glück im Privatleben geworden, widmet er sich doch nun seiner Tochter und Ehefrau in einer Art und Weise, wie sie “Ziggy” damals nie hat leben können. Da bleibt letztlich nur die Hoffnung, dass es auch einem “Thin white Duke” so geht wie letztlich vielen Familienvätern: dass ihn die Langeweile packt, wenn die Kinder flügge werden und aus dem Elternhaus ziehen und er das Musik machen dem in Rente gehen vorzieht und wir so vielleicht doch noch mal in den Genuss sowohl von “Toy” kommen als auch einem neuen Album und einem gealterten Grand Signeur à la Frank Sinatra noch einmal live on stage!
    (…man wird ja wohl noch träumen dürfen, nicht?)

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