La Sera – La Sera

Seitenprojekte verwirren manchmal. Warum muss man immer noch einen neuen Topf aufmachen? Geht das nicht mit der Hauptband? Oder macht man sich gerne mal alleine schick und genießt so lieber die volle Aufmerksamkeit? Auch Katy Goodman versucht, sich zu lösen. Natürlich ist ihre Musik nicht anders, als die der Vivian Girls, bei denen sie den Bass zupft, und die doch auch im April was Neues veröffentlichen werden. Vielleicht soll nur der Appetit angeregt werden.
Ein wenig seichter geht es zu. Nostalgisch sowieso. Schöne Melodien, die den Girl-Gruppen eines Phli Spector die Türe aufhalten, mischen sich mit fuzzy Gitarren. Katys Stimme haucht sich mit Chören dem Sommer entgegen. Oft klingen die Songs wie eine bessere Version der Shaggs. Best Coast ist schon ‘ne Hausnummer und La Sera bemüht sich, in die selbe Kerbe zu schlagen. Doch Best Coast sind rotziger, frecher und innovativer. Den direkten Vergleich hat Katy also schon mal verloren. Fast geht sie auf die Bretter. Doch sie ist smart.

Katy versucht Sterne vom Himmel zu singen. Sie ist oft traurig, denn die Sterne wollen nicht so richtig. Twag-Sounds schimmern in der Garage süßlich vor sich hin. Kleine Gitarrenmelodien schmiegen sich an easy Chords, die so in jedem Peter Bursch-Liederbuch stehen. Nach 27 Minuten ist das Eis geleckt. Man bleibt ein wenig ratlos zurück. Keiner der Songs ist im Ohr geblieben. Irgendwie ist La Sera die Hippieversion der Vivian Girls.
Die Produktion ist dagegen eigentlich recht schön geraten. Katys Stimme ist nah am Geschehen, obwohl sie sich in großen Hallen umguckt. Die Gitarre spielt melodiebeseelt in warmen Tönen. Die 60er sind in jeder Wendung am Start. Popmusik für Indie-Girls, die einfach auf handgemachte Musik stehen. Die Vivian Girls werden im April zurück sein und Katy wird diesen Ausflug nicht bereuen, aber wohl irgendwann vergessen. Sie hätte mehr Dreck fressen müssen. Ein wenig mehr Mut zu einem Statement hätte dem Album gut getan. So wurden einfach Zimmersongs auf Band gekloppt, die sich in ihrer Belanglosigkeit nicht verwandeln können.
Luftleere Musik, die kaum atmet, und so irgendwann anfängt zu stinken. Für das Gewand gibt es drei Gummipunkte. Für die Songs wird leider wieder einer abgezogen. So bleiben zwei kleine Pünktchen am Ende übrig. Für ein Debüt eindeutig zu wenig.
La Sera ist bei Hardly Art erschienen.

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