Komet – P.S.T

Im vergangenen Jahr hatte Frank Bretschneider ja schon auf „EXP“ mit ebenso experimentellen wie expressiven Eskapaden geglänzt, die angereichert mit ästhetischen Filmen zu einem sehr stimmigen Visual-Music-Werk gerieten. Nun findet er unter seinem Pseudonym Komet zurück in die Gefilde des Minimal und wendet Erprobtes an.
Bretschneider formuliert die klanglichen Gebilde einer minimalistischen Dunkelheit, ohne Anstrengung ohne Übertreibung, ohne die ganz große und eventuell aufdringliche Geste. Ganz im Gegensatz zu einem Senking z.B.. Auch kann Bretschneider einen gewissen Einfluss des von ihm mit begründeten Labels Raster Noton nicht verhehlen. „Flight 09“ z.B. atmet die knarzige Maschinengewalt eines Byetone, ohne dessen Aggressivität zu bemühen.
Die Stimmungen auf der 8 Tracks umfassenden Veröffentlichung „P.S.T“ sind allesamt sehr dunkel und dennoch erstaunlich sanft im Gesamteindruck, ja geradezu weich im Aufbau, so als sei Bretscheider um das Wohl und die Entfaltung jedes einzelnen Sounds bemüht. Nichts darf untergehen, nichts darf gegen den Sinn der Komposition auch nur teilweise verdrängt werden. Alles hat seine Zeit und seine Dynamik. Überhaupt ist die Dynamik äußerst unauffällig und damit um so effektiver ein wirkungsvolles Hauptgestaltungselement auf P.S.T.. Schließlich erinnert der Donnacha-Costello-Remix von „Clap 05“ an die guten alten Zeiten eines „Internal Empire“, ohne retrospektiv zu klingen. Man darf auf das folgende Komet-Album gespannt sein, welches im Laufe des Jahres bei Shitkatapult erscheinen soll.
P.S.T ist im Dezember 2010 bei False Industries erschienen.

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