David Lowery – The Palace Guards

David Lowery mal Solo. Der Kopf hinter Camper Van Beethoven und Cracker mischt seine Vorlieben zu einer packenden Platte. Die Songs erinnern nur am Rande an seine bekannten Projekte und doch schimmern zwischendrin die Roots durch. David singt so nice. Manchmal klingt es, als würde er durch Butterbrotpapier säuseln.
David selbst glaubt, dass die neuen Songs einfach nicht zu den anderen Bands gepasst hätten. Aber wen sollte er dann wohl fragen, wenn es um die zu spielenden Musiker geht? Genau, die alten Wegbegleiter. So ist das Solodebüt irgendwie doch mit den alten Recken verknüpft. Auch der verstorbene Mark Linkous hat noch einmal einen Auftritt. Die Songs holen alten Country aus der Westernstadt, mischen diesen mit dem Folk der Jetztzeit und bleiben trotzdem gestrig. Eine Steel-Gitarre darf nudeln, während Lowery über die sanften Chords nuschelt. Traumhafter Pop weht durch das angestaubte Songwriting Lowerys. So entstaubt er alte Traditionen. Auf der Suche nach dem Chorus stolpert David schon mal, doch seine Mitstreiter fangen ihn auf und betten ihn wohlig und warm.

“The Palace Guards” trifft immer die richtige Stimmung. Auch rockige Ausflüge bleiben im Rahmen der Grundidee. Lowery genießt alle Freiheiten. Seine Stimme bricht schon mal in den lauten Passagen, doch er kommt immer wieder zurück zu seinen Noten, die wunderbar zusammenpassen. Egal, ob etwas psychedelisch schimmert oder das Pferd von hinten aufgezäumt wird, Lowery weiß wie ein Song zu funktionieren hat. Da lässt sich David auch nicht nehmen, Genres zu mischen. Eine Geige passt für ihn zu allen Instrumenten.
Poprock klingt manchmal so abwertend und schwammig, doch hier passt es mal ganz gut. Lowery schafft es, seine Ideenvielfalt zu bündeln. Er überzeugt mit sehr erwachsenen Songs, die viel von seiner Präsenz leben, seine Stimme gut umwickeln und seinen Geschichten Platz lassen. Eine optimistische Platte, die einen trotzdem manchmal traurig macht. Das “Big Life” ist nicht immer einfach. David nimmt Dich an die Hand.
“The Palace Guards” erscheint auf Blue Rose und kann man hier im Stream hören.

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