Isolée – Well Spent Youth

Die Individualität der Einzelstimmen wird zur freien Entfaltung gebracht. Die Betonung liegt auf Freiheit. Alle machen scheinbar, was sie wollen, ohne einen Plan, ohne den Blick auf das Ganze. Polyphonie im eigentlichen Sinne. Jede Spur zeigt ihre verschrobenen Eigenheiten, gerade dann wenn jede eine andere Geschichte erzählt. Disharmonische Kontaktaufnahmen und Überlagerungen sind erwünscht und werden souveränes Stilmittel.
Ebenso die Gratwanderung zwischen Straightness und nebliger Versponnenheit. Die eine Stimme trägt den Rhythmus und weist einen geraden Weg, die nächste Stimme zerbröselt diese scheinbare Einfachheit wieder und streut geheimnisvolle Finten. Das erzeugt Spannung. Das hat großen Charakter.
Rajko Müller alias Isolée legt nun mit „Well Spent Youth“ sein insgesamt drittes Album vor, an dem er, wieder mal sehr lange und viel geschliffen hat. Die stilistische Tendenz weist nun wieder ein wenig mehr in die Richtung des Erstlings „Rest“, was ich begrüße.
Ein Freund bemerkte beim gemeinsamen Hören von „Well Spent Youth“, das Album klinge stellenweise so, als würde man gerade aus Versehen mehrere Musikstücke gleichzeitig hören. Da ist was dran. Gerade deshalb ist „Well Spent Youth“ so besonders und so gut.
„Well Spent Youth“ erscheint im Januar bei Pampa Records.
Isolée – Taktell by Pampa Records

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