Harmonious Thelonious – Talking

Es stürzt, es lacht, das Bleichgesicht. Spektakulär und scharf kommen die afrikanisch anmutenden Rhythmusschleifen daher, die der Düsseldorfer Stefan Schwander bei seinem neuem Projekt Harmonious Thelonious in den Mittelpunkt stellt. Als monotheistische Zentralgestirne füllen sie ganz und gar den Klangraum, werden zum massiven Dancefloorkuriosum, sparsam durch elektronischen Beat und kleine Gimmicks unterfüttert.
Die Kombination von Loop und Maschinenbeat ist gut austariert. Erstere haben immer die Oberhand. Scheinbar unermüdlich und ohne Variation klopfen sich die Trommelweisen fort und fort. Manchmal erscheinen Minimal Music zitierende tonale Figuren als lindernde Salbe. Glockiges trifft auf Polterndes. Doch das geschieht, um sogleich die Attraktionen eines massiven Trommelloops noch knochiger zu entfalten. Warum ist da eigentlich vorher noch niemand drauf gekommen? Mit „Talking“ stellt Harmonious Thelonious“ ein ebenso einfaches wie suggestives Dance-Konzept vor, das sein um Trance heischendes Publikum in den Clubs zu Recht finden wird. Dennoch, dem Album hätte etwas dynamische Variation gut getan.
“Talking” ist im Oktober 2010 bei Italic erschienen.

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