Carl Barât Live – Hamburg, Übel & Gefährlich 1.11.2010

Im Aufzug auf dem Weg nach unten schwärmen die Mädchen noch, wie gut Carl Barât doch ausschaut. Der King of Britpop ist zurück. Nicht nur, dass sein Solodebüt toll geraten ist. Nein, er schafft es, dass alles auch noch live umzusetzen. Mit Cellistin und Kontrabass inklusive.
Es ist ein schwitziger Abend, die Mädels tummeln sich in der ersten Reihe, um genau sehen zu können, wie Carl sein hauchdünnes, enganliegendes Lederjäckchen aufmacht. Wir Jungs schauen ihm da eher auf die Finger, wenn er bekannte Libertines-Riffs runternudelt. Die Band um Barât schafft den Sprung von Zurückhaltung ins Scheinwerferlicht ausgezeichnet. Eine Einheit entsteht und Carl fühlt sich sichtlich wohl. Das Debüt wird fast komplett angeboten. Eine wunderbar schmissige Version von ‘Run With The Boys’ trifft auf traurige Balladenmomente. Doch, hey, wir wissen doch warum die Mädchen hier sind? Sie warten auf die munter eingestreuten alten Heuler aus Libertines-Zeiten. “Es ist schwer in so einem Live-Set die Balance zu finden”, sagt Carl später. Er trifft sie haargenau.

Immer wieder lockert er sein Set mit den wunderbaren, alten Songs auf, die ihn berühmt und reich gemacht haben. Seine Band unterstützt ihn perfekt, wirkt aber nie wie eine Coverband. Auch einige Dirty Pretty Things-Songs schaffen es ins Set, doch die sind wohl nur am Rande interessant. Die Stimmung wirkt ausgelassen, wenn die rockigen Hits von der Bühne fliegen. Carl ist in Spiellaune und das macht das Konzert zu einem Ereignis. Der gute Sound im Übel & Gefährlich tut sein Übriges dazu. Carls Stimme sitzt gut einen halben Meter über den Instrumenten. Endlich mal!
Ein toller Abend wird mit ‘Don’t Look Back Into The Sun’ gekrönt. Am Merchandise-Stand sind nun die Mädchen, doch Carl wird nicht auftauchen. Er lässt seiner Vorband den Vortritt und die müssen schuften. Dass die XS-Shirts auch immer ganz unten in den Kartons liegen müssen.

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