Alan Metzger Live – Düsseldorf, Datscha 09.10.2010

Eigentlich wäre der Anlass des Konzertes von Alan Metzger ein Fall für die Rubrik „Not Available“ gewesen. Doch es kam anders. Daniel Decker musste seinen Besuch kurzfristig stornieren. So drehe ich nun das Rad der Zeit zurück. Zurück ins Jahr 1991, in die Zeit junger Jäger und Sammler.
Jovan Stojsin, (heute Oiro) und Florian Dürrmann (heute Kante, Flo Fernandez) an den Gitarren, Heidulf Sudmöller am Bass und der Schlagzeuger Oliver Schäfer gründen die Band Alan Metzger, um die Musik zu machen, die sie so sehr schätzten. Das waren Klänge innovativer amerikanischer Bands jener Tage zwischen Hardcore und Postrock. Einflüsse von Slint, Polvo, The Sea And Cake und Firehose traten zu Tage. Es folgen sechs Bandjahre mit teilweise euphorisch aufgenommenen Auftritten und zwei kleineren Veröffentlichungen. Sechs Jahre voller Leidenschaft, Kompromisslosigkeit und sich dennoch nicht einstellendem Erfolg. Alan Metzger waren in ihrer Heimatstadt Mitte der 1990er Jahre ein Geheimtipp. Dann kam die Arbeit an ihrem Album, Studioaufnahmen und die Bandauflösung im Jahre 1997, so die Überlieferung.
Nach 13 Jahren fand sich in dem Hamburger Label Fidel Bastro ein neuer Fan des alten bisher nicht veröffentlichten Albums. Nun ist dieses unter dem Titel „Black Album“ dort erschienen. Aus diesem Anlass gingen Alan Metzger wieder in den Proberaum und stehen in diesem Monat auf verschiedenen Bühnen in Hamburg, Düsseldorf und Köln. Die Black-Album-Release-Party am vergangenen Samstag in der Datscha in Düsseldorf war ein versöhnlicher Abend unter Freunden. Für mich, der ich die Band damals nie gesehen und gehört hatte, war es das außerordentlich gute Konzert einer verschollenen Band.
Ebenso introvertiert wie präzise spielten sich Alan Metzger durch ihre musikalische Vergangenheit ohne je eingerostet zu klingen. Das Herzstück des Bandkonzepts, die charakteristischen Wechsel zwischen trauriger Versponnenheit und dynamischen Ausbrüchen erstrahlte in altem Glanz. Und neben den alten Referenzheroen gab es für mich in so mancher Songpassage einen gewissen Krautrockeinfluss zu entdecken. So passte die letzte Ansage des Abends gleichermaßen zum bescheidenen Auftreten wie auch zum Zustand der Band: „Danke, wir spielen jetzt noch zwei Stücke und dann ist Schluss, eine Zugabe gibt es nicht.“ Danke, Alan Metzger. Danke, für ein spätes schönes Album.



Fotos Daniel Schüßler

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