No Age – Everything In Between

Es ist immer noch genug Platz da. No Age nutzen die kurzen Momente der Einführung. Am Anfang steht immer eine Verbindung. Mit verschränkten Armen gibt es nicht immer ein positives Feedback. Natürlich geht es darum Verbindungen aufzulösen oder im besten Fall zu manifestieren. Je nach Laune. No Age lieben es zu verknüpfen.
Die Noise-Rocker reißen gerne nur an, stechen ihre Nadeln in Stoff, stopfen Löcher und ufern dann aus. Applikationen tragen die Farben des Punk. Die Gitarren schichten sich zu Brettern, die so morsch sind, das ein Funke reicht, um sie anzuzünden. Die schnellen Songs fliegen ohne Sonnenschutz vorbei und verbrennen in kürzester Zeit. Die Shouts von Dean Spunt sind exakt gesetzt und übertreiben es nicht. Ein Chorus wird zweimal wiederholt, dann geht es ohne Verschnaufpause weiter. Wenn du genau weißt, wann etwas passiert, kannst du dich darauf einstellen und den Feiermodus einschalten. Lowcut ist hier nichts. Es geht um Nebengeräusche. Punkrock der ausgeklügelten Art.
No Age
Flirrende Shoegazerenden zieren kurze Brecher. Auch alte Helden wie Hüsker Dü werden zitiert. Immer wieder werden poppige Hooks mit brachialen Gitarren gewürzt. Hits für die Dosenbierfraktion. Deine Klamotten riechen nach Brauerei. Der Wind kommt stets von hinten und bläst aus allen Rohren. Deine Haare stehen dir zu Berge und deine Lomo macht die Partypics. Feedback bekommt eine Hauptrolle, ohne jemals beim Casting gewesen zu sein. Manchmal brechen die Drums wie ein Sommeregen in die Riffs. Die Stimme Spunts klebt dann in den Songs und ist gefangen. Dann singt man halt mit noch mehr Enthusiasmus, um sich frei zu strampeln.
“Sorts” ist wie ein Interlude. Manche Songs erinnern eh an Patterns, die wie Loops auftauchen. Steigerungen sind immer möglich. “Dusted” gibt vor ein Ambientprojekt zu sein und bleibt stimmlos. Wie Mogwai auf Single Malt. Ein Fade Out bringt sie ins Schwellenland. Ein Piano spielt die Figur der positiven Amputation. Es bebt und klirrt. Die restlichen Körperteile reichen aus. Die Angst geht um. Auch hier wird nur musiziert, nicht gebrüllt. Der Verzerrer tut sein Möglichstes, um Ausdruck und Schärfe zu symbolisieren. “Everything In Between” ist ein tolles Ding. Es rauscht wie ein Taxi vorbei. Und du winkst noch. Kracher!
Erschienen bei Sub Pop

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