Robert Hood – Omega

Lange war von Robert Hood wenig Neues zu hören. Jetzt hält er uns „Omega“ unter die Ohren. Die Rückkehr entpuppt sich als Rede von den letzten Dingen. Diese werden wesentlich für die Ersten sein. Für die ursprünglichen Ersten ebenso, wie für die darauf folgenden Ersten. Der letzte Mann ist, obwohl Symbolträger des Untergangs der Menschheit, auch der Retter der selben. Die ganze Hybris von Fortschritt und Zerstörung, von Verantwortung und Egomanie liegt auf den Schultern des Omega-Mannes. Er wird zwangsläufig zur Legende.
Eine mit Echo gedoppelte Stimme, aufgeweicht und länglich, führt uns voller Pathos noch mal in die alte Geschichte ein. Das bekommt schnell den Duktus des Biblischen. Ein Intro, dass in das große Ganze des Albums einführt wird in Klammern „The Beginning“ benannt. Das neue Album von Robert Hood tut sich schwer Fahrt aufzunehmen. Drei Stücke und fast 10 Minuten Einleitungsgeplänkel verstellen den Blick auf das Wesentliche.
Und das ist bei Hood 2010 immer noch das Kerngeschäft des Minimal, den er selbst vor 15 Jahren prägte. Der einfache wie effektive Versatz zweier Spuren bilden nach wie vor die Kernspannung aller Tracks. Weder klanglich noch rhythmisch fanden erweiternde Ideen Einzug. Es pulst und knackt in bekanntem Gewande, am gelungensten bei “Are You God?”. Das ist sicher gesetztes Minimal-Handwerk, aber mehr eben auch nicht. Sieht sich am Ende (Pardon, Anfang) Robert Hood selbst als Omega-Man des Techno? Ein Album für Fans, die sich mit etwas in die Jahre gekommenen Serum begnügen.
„Omega“ ist im Juni 2010 bei M-Plant erschienen.
Robert Hood

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