Duran Duran Duran – Over Hard

Es gibt sie also immer noch diese überdrehte Attitüde mit Breakcore die Disco zu sprengen. Aber wie nachhaltig ist dieser Ansatz 2010 noch? Duran Duran Duran legt mit „Over Hard“ nun sein zweites Album vor, dass mit neuer Reife und alter Ironie glänzt.
Ja, es ist reifer geraten, wohlfeiler produziert. Natürlich plockert und gewittern sich die E-Drums nach wie vor durchs Sample-Gebälk, aber trotzdem hat sich en Detail einiges zum Vorläufer geändert. Es gibt Zwischenpassagen, Momente des Innehaltens, des Lufholens, des Ausholens und des Sammelns neuer Säfte. Ein Stück wie „Bass Racist“ könnte man jederzeit gut und gern nach einer Justice-Nummer in sein DJ-set einbauen. „Drop that E“ wiederum hat sich in seiner Schelmenhaftigkeit irgendwo zwischen Tiny Tim und der Rocky-Horror-Picture-Show verlaufen. Das Spiel mit der eigenen Angst kann ja so erregend sein!
Die Arrangements haben sich in den Genres Disco und Techno umgetan, wie eine wohlfeile Spannungskurve mit Geduld und ruhiger Hand gezogen wird. Das tut den Tracks sehr gut. Sie wirken nicht nur frischer sondern auch druckvoller. Tja, wenn man nicht ständig überdreht, spart man eben nicht nur Energie sondern baut auch viel effektiver Dynamik auf. Nachhalter Breakcore sozusagen. Was wiederum auch zur altlinken Haltung der Anfangstage um Alec Empire und Force Inc passt. Schön, wenn sich Kreise schließen.
“Over Hard” ist bei Cock Rock Disco erschienen.

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