BLK JKS – Zol!

Die BLK JKS melden sich pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Die Südafrikaner, die mit ihrer Mischung aus afrikanischer Rootsaktivierung und Rockelementen das letzte Jahr bestimmten, werfen nun eine EP auf den Weltmarkt und machen da weiter, wo sie bei “After Robots” aufhörten.
Die afrikanische Kultur wird in die Rockwelt entführt, in der David Bowie ungeschminkt an der Filteranlage seines Jeeps schnüffelt. Die Drums wirbeln und poltern nach wie vor. Tribal steht im Vordergrund. Die Songs ufern aus und entfalten erst durch die Wiederholung der Strukturen ihre komplette Durchschlagskraft. Die psychedelischen Gitarrenriffs und komplexen Drum-Pattern verwehen mit den Echo-Vocals. Sirenhaft flattern die Songs im Kreis. Mantraartig werden afrikanischen Gesänge zitiert, ja kopiert, um im nächsten Moment auszubrechen aus der Weltmusikhölle, die nur mit Staatsbesuchen und Schulterklopferei lockt.
BLK JKS
Die BLK JKS wollen mehr. Sie wollen nicht diese Vorzeigeband sein, die man um den Globus schickt, mit Weltverbrüderungsauftrag. Die BLK JKS spielen mit den Grenzen und der Tradition. Der Rock ist ein wenig in der Hintergrund getreten. Der Upbeat-Titeltrack holt dann doch das Sommerfeeling mit fiesen Texten aus der Sandburg. Da bleibt einem wohl das Wassereis im Halse stecken. “I can roll and shoot at the same time.” Man hat beim Hören sofort fußballspielende Kinder vor Augen, die gegen bewaffnete Vermummte geschnitten werden. Johannesburg zeigt seine Fratze. Schön mit vielen gefährlichen Falten.
Auch “Paradise” zeigt die BLK JKS auf Augenhöhe. Die verzerrten Gitarren holpern über hochgepitchte gesangliche Überschläge. “Open your eyes, cause that’s where the truth resides.” Es steigert sich zu einem großen wüsten und anprangernden Manifest. “I don’t want to die in the hands of a stranger tonight.” Es folgt ein großes Finale mit improvisierter Klangforschung. Die Sirene in “MZABALAZO” holt die feierlichen Chöre aus der Seitenstraße ab und treibt es auf die Spitze. Die Leadvocals wechseln. Ist der Chor jetzt Wortführer? Die BLK JKS überzeugen auch auf ihrer neuen EP. Sie zeigen Südafrika in einem anderen Licht, ohne die großen Stadien, die FIFA-Delegierten und besoffenen Engländer. Was ist schöner?
Erschienen bei Secretly Canadian

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