Pawel – Pawel

Die Kick ist sehr schön, klingt rund und voll und nicht zu hart. Noch besser kommt sie, wenn man den Kopf beim Hören ein klein wenig nach rechts neigt, nur wenige Zentimeter. Und wenn man dabei die Hüfte leicht eindreht und sich zur Seite wendet. Mit oder ohne Kapuze? Die Frage ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten, und hängt von der jeweiligen Situation ab, z.B von der Größe des Raumes. Die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig. Feine Stoffe, Holzböden und Aquarien machen die mild dancefloor-kompatible Versuchsanordnung zum einsamen Großstadttraum.
Durch den leicht veränderten Winkel nimmt man die tiefen Frequenzen schon ganz anders wahr. Noch knackiger halt, noch tighter, noch mehr auf den Punkt. Das Tempo wird dabei nie hektisch und bleibt am Ende bei sehr zurückgelehnten 122 BPM. Als Gegengewicht setzen weiche synthetische Streicher ein, weicher noch als bei New Order. „Waistin’ my time… waisting my time… waisting my time… ! Es liegt eine gewisse Melancholie im House.
Bei Pawel, alias Paul Kominek, früher auch schon Mal mit schönen Momenten als Turner unterwegs, steht der geschmackvolle Beat im Mittelpunkt, stets der Prämisse folgend, dass etwas weniger mehr ist, und die dadurch entstehende Transparenz des Arrangements schlichte Schönheit schafft. Dabei vermeidet er jeglichen Anflug von Exzentrik und beweist hohe Effizienz darin, das Wesentliche eines Dance-Tracks aus bekannten Stil-Bausteinen heraus zu destillieren, fein und unaggressiv und ohne zu brillieren.
Das Debütalbum „Pawel“ von Pawel ist bei Dial erschienen. Auszüge gibt es hier.
Pawel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.