Klassiker: Robert Hood – Internal Empire

Ein Mann beschließt, sich von den großen Gesten der Techno-Clubs Europas abzuwenden. Er zieht aus, um in bis dahin unbefahrenen Klang-Ozeanen einen neuen Mikrokosmos zu entdecken. Eine Pioniertat bahnt sich an. Man schreibt das Jahr 1994 und seine kleine Meeresfarm wird forthin Minimal Techno genannt.
Der Mann heißt Robert Hood und der Plankton, den er schöpfte, widersprach den Hörgewohnheiten. Er sprengte die Paletten des technoiden Geräuschkanons jener Tage und befreite diesen zugleich. „Klassiker: Robert Hood – Internal Empire“ weiterlesen

Wilco – Wilco (The Album)

Wie eine alte fusselige Wolldecke kommt das neue Wilco-Album daher. Warm und leicht kratzig auf der Haut. Doch nach all den Jahren ist dieses Gefühl so angenehm vertraut, dass man sich gerne mit ihr schmückt. Jeff Tweedy schreibt immer noch tolle Songs. Warum sollte sich das auch geändert haben? Nach den epischen Platten “A Ghost Is Born” und “Sky Blue Sky” wirkt Wilco (The Album) recht entschlackt. Puristisch ist das falsche Wort, denn überall klingen Instrumente nach und füllen in wunderbarem Zusammenspiel jede noch so kleine Lücke. „Wilco – Wilco (The Album)“ weiterlesen

Sonic Youth – The Eternal

Sonic Youth klingen auf “The Eternal” wie eine Band, die wie Sonic Youth klingt. Eine, die es gut macht. Aber eine, der auch nichts Neues einfällt.
“The Eternal” ist nichts Gravierendes vorzuwerfen, wir hören die typischen Harmonien und deren Wechsel. Wir hören den typischen Hit, z.B. einen wie “Antenna”. Wir hören die typischen Sonic-Youthschen Gitarrenklänge, mal gedeckt rockig, mal crunchy verzerrt, mal jaulend als dritte Gitarre hinterhergezogen. Und wir hören die typischen Stimmen in ihren typischen Lagen, wenn wir nicht gerade eine typische Instrumentalpassage hören.
„Sonic Youth – The Eternal“ weiterlesen

Sukiyaki Western Django von Takashi Miike

Takashi Miike dreht sich ‘nen Wolf. Für Miike-Fans wird jedes Jahr zu einem kostspieligen Vergnügen. Doch möchte man jeden Leinwandschmaus des Japaners sehen oder kaufen, da die großen Kinos eh nichts und die Programmkinos nur einen kleinen Teil vorführen? “Sukiyaki Western Django” ist mal wieder ein Genresprung für Miike. Natürlich hat das japanische Kino seit jeher den Western beeinflusst. So abwegig ist das nicht. Doch von Miike cowboyhut-tragende Japaner auf Pferden präsentiert zu bekommen ist schon bizarr.
„Sukiyaki Western Django von Takashi Miike“ weiterlesen

R.I.P. Michael Jackson

Michael Jackson ist tot. Die Fakten kann man woanders lesen. Obwohl er in den letzten Jahren zu einem Abziehbild seiner selbst wurde, oder vielmehr noch zu dem Zombie, den er im kongenialen Thriller Video darstellte, wird vieles von dem Genie überstrahlt, das uns “Off The Wall” brachte.
Vielleicht stand ihm ein großartiges Comeback bevor, erwartet hätte es niemand mehr. Vielmehr gelüstete es manchen ihm beim Scheitern zuzusehen. Und so ist es wohlmöglich besser, „R.I.P. Michael Jackson“ weiterlesen