Klassiker: Jason Molina – Pyramid Electric Co

Mit trockenem Mund, einer Gitarre und einem Piano ausgestattet torkelt Jason Molina durch die von ihm so geliebte Neil Young-Wüste. Als Erholung von seiner Hauptband Songs:Ohia, die zur Zeit unter dem Namen Magnolia Electric Co musiziert, nahm der Singer- Songwriter 2004 ein Manifest der Langsamkeit auf, das leider nicht viel Beachtung fand. “I want to be true like the solid earth.” Molina singt und winselt sich durch lange, düstere Songgebilde und zieht sich bis auf die Unterhose aus. Die wunderschöne Liveatmosphäre macht einem ständig eine Gänsehaut. “Hey sucker are you lonely?” Ein Kleinod unter den “lonesome cowboy releases” der letzten Jahre. “Pyramid Electric Co” ist unbequem und sentimental.
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Auffälligkeiten KW 22 2009

“My Life In The Bush Of Ghosts”-Remixes”
Die konsequente Remix-Seite zum Byrne/Eno-Klassiker. Hier kann man wahlweise alle einzelnen Spuren oder die kompletten Stücke “A Secret Life” und “Help Me Somebody” als MP3 oder WAV herunterladen, remixen und das Ergebnis dann auf dieser Seite zur Diskussion stellen.
Mario World als Brettspiel
Was tun, wenn der Strom ausfällt? Wenn ein Virus alle Computer und Konsolen hinrafft? Das ist vielleicht die Antwort? [via diskursdisko.de]
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Martyn – Great Lengths

Schon die ersten im Stotterrhythmus wiederholten Samples nähren meine Skepsis. Diese repetieren beharrlich den Namen des künstlereigenen Labels, eine viertstellige Zahlenkombination. Subtil ist das nicht. Nun ja, zur Musik gehört elementar die Wiederholung. Erst darüber kann sich rhythmische Struktur, Form der Fuge etc. bilden. Aber innerhalb dieser Formen, das hat sich bewährt, ist Variation meistens nicht schlecht. Das scheint der aus Rotterdam stammende Wahl-Washingtoner Produzent Martyn mit seinem Debutalbum “Great Length” beharrlich zu ignorieren. Dafür ist er auf seinem ganz speziellen Retrotrip. Der führt ihn in die House- und Techno-Pionierjahre 1988-91.
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Klassiker: The Shaggs – Philosophy Of The World

Auf wunderbare Weise rumpelten und tönten sich die Shaggs durch ihre Luftschlösser. Diletantismus auf aller höchstem Niveau.
Die Wiggin-Schwestern nahmen 1969 ein Album auf, das noch heute Maßstäbe setzt. Das Trio, das später noch durch eine weitere Schwester am Bass ergänzt wurde, lebte den Traum vom Popstardasein in Reinkultur. Von Vater Austin, einer Eiskunstlaufmutti gleich, getrimmt, probten sich die Schwestern durch ihre Nachmittage. Keiner riet ihnen ab und Austin pumpte seine letzten Dollar in erste Aufnahmen.
Die Mädchen von nebenan kämpften sich durch dreizehn von Herman’s Hermits, Ricky Nelson und den Monkees beeinflusste Kompositionen. Als die Takes im Kasten waren schlug ein Bekannter Austins vor Platten pressen und vertreiben zu lassen. Natürlich musste der Vater wieder in Vorleistung treten. Tausend Kopien wurden angeblich angefertigt und 900 davon verschwanden auf unerklärliche Weise. Auch von Kumpel Chris Dreyer war keine Spur mehr zu finden.
Übers Ohr gehauen und mit den hundert Platten in der Garage war der Traum kurz ausgeträumt. Trotzdem wurden einige Kopien an Radiostationen verschickt. Doch der große Erfolg blieb natürlich aus.
Einige Tanzabende in der Fremont Town Hall wurden als Quartett über die Bühne gebracht. Sechs Jahre nach den Aufnahmen starb Vater Austin und die Wiggin-Schwestern spielten nie mehr zusammen. Wir wiederum erfreuen uns an den schiefen Tönen, an der besten Drummerin der Welt und vielen gruseligen Mini-Hits.
Pflichtkauf für Musiklehrer und deren Hasser.
Erschienen bei RCA Victor

Archive.org – Public Domain, Sucker!

Das Internet Archive ist so eine Seite für sich. Auf den ersten Blick recht unscheinbar und irgendwie doch überladen, doch im Geheimen birgt die Seite gleich mehrere Schätze. 1996 gegründet bemühte man sich digital vorliegendes Material zu archivieren. Konkret heißt das, das bis zu einem gewissen Grad sich alte Webseiten dort abrufen lassen. Funktioniert exzellent bei Texten, aber Grafiken gehen mit der Zeit dann doch verschütt. Ab 1999 archiviert man nun auch andere Medien wie Ton oder Film.

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So finster die Nacht von Tomas Alfredson

Wo die Liebe hinfällt, da ist kein Blut mehr! Eli zieht neu in Oskars Nachbarschaft. Ihr Zimmerfenster wird mit einem Kosmetikwerbeplakat abgeklebt. Bitte kein Tageslicht! Von der Außenwelt abgeschottet lebt die 12-jährige mit ihrem Vater in einer karg eingerichteten Wohnung. Kontakt zur Außenwelt strengstens verboten! Als Vampir hat man es nicht leicht.
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Cologne Commons

Es steht mal wieder eine selbstbetrachtende Musikbranchen-Veranstaltungen an, auch mal wieder in Köln. Der Bedarf scheint dort nach wie vor besonders groß. Am 12. und 13. Juni 2009 werden unter dem Titel CologneCommons in KunstWerk und Gebäude 9 Vorträge und Diskussion zu den Themen freie Musik, Internet und Zukunft der Musikindustrie angeboten. Freie Musik? Frei von der Industrie, frei von überkommenen Urheberrechten? Vielleicht endlich immer mehr. Frei von Technik eher nicht. Alles braucht Zeit zum Wachsen. Dazu gibt’s natürlich parallel auch ein Live-Festival.