Not Available: Cradle Of Filth – Goetia (1992/1993)

Cradle Of Filth haben mir schon immer Spaß gemacht. Dieses Gekreische, das Gegrowle und dazu noch Corpse Paint. Das muss man einfach gern haben, so wie kleine Tierbabys. Letztendlich sind Cradle Of Filth eine der erfolgreichsten Black Metal Bands, die es gibt. Oder auch Gothic Metal, oder meinetwegen auch Symphonic Black Metal. Auf jeden Fall sind sie die erfolgreichste britische Metalband seit Iron Maiden. Das führt natürlich dazu, dass Sänger Dani Filth und seinem Gefolge immer wieder Ausverkauf vorgeworfen wird.
Den enormen Erfolg konnte Anfang der 90er noch keiner vorausahnen. Nach drei selbst produzierten Demos nahm die Band 1992 mit „Goetia“ ihr Debütalbum für das Label Tombstone Records auf. Noch deutlich im Black Metal verhaftet, deutete sich der Stil späterer Alben nur wenig an. Als dann Tombstone Records pleite gingen und nicht für die Aufnahmen bezahlen konnten, löschten die Springvale Recording Studios die Bänder, um diese wiederzuverwenden. Was manchen Fans wahrscheinlich blasphemisch erscheint ist aber verständlich, sind solche Tonbänder nicht gerade billig. So ist „Goetia“ sicherlich ein besonderer Fall in der Geschichte der nicht veröffentlichten Alben. Nicht nur, weil es nie erschien, sondern auch weil es nach Fertigstellung vernichtet wurde. Insbesondere diese Tatsache nährt den Mythos des ersten Albums.
Cradle Of Filth selbst tun ihr übriges dazu. Selten bis gar nicht äußert sich die Band zu ihrem Frühwerk, von dem Mastermind Dani Filth sagt, dass er über dessen Vernichtung gar nicht so traurig sei. Dennoch oder gerade deswegen brodelt die Gerüchtehexenküche. So sagen manche, dass die Studioaufnahmen des 1992 auf Kassette veröffentlichten Splitalbums „A Pungent and Sexual Miasma“ mit Malediction letztendlich Songs von „Goetia“ seien.
CoFAndere wiederum sagen, dass „Total Fucking Darkness“ ein Promotape zur Veröffentlichung von „Goetia“ sei, so stehe es schließlich auch auf dem Cover der selbstveröffentlichten Kassette von 1992: „The Goetia Promo“. Allerdings wurde dieses Demo in den Portacabin Studios in Westerfield aufgenommen und nicht in den Springvale Studios, wo „Goetia“ entstanden sein soll. Was übrigens nur so viel heißt, dass man das Demo mit transportablem Equipment aufnahm. Diese Vemutung wird von der eher dürftigen Soundqualität unterstrichen.
Eine schwere Aufgabe für die Fans. Immer wieder werden neue Vermutungen angestellt, wie das Tracklisting von „Goetia“ hätte aussehen können. Besonders hervorzuheben wäre dabei vor allem diese Version.
Einzig und alleine „Spattered In Faeces“ ist ein tatsächlich von der Band für „Goetia“ bestätigter Titel. 2002 erwähnte der ehemalige Keyboarder Damien Gregori das Album in seinen Liner-Notes zur Compilation „Lovecraft & Witch Hearts“. Alles andere bleibt Spekulation und „Goetia“ somit ein Mythos, was definitiv gut zu einer Band wie Cradle Of Filth passt.

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