Not Available: The Butthole Surfers – After the Astronaut (1998)

Schon seit 1981 gibt es die von Gibby Haynes und Paul Leary gegründeten Butthole Surfers. Nachdem 1982 Dead Kennedys Frontman Jello Biafra bei einem Konzert auf die Gruppe aufmerksam worden war, signte er sie für sein eigenes Label Alternative Tentacles vom Fleck weg. Im Juli 1983 erschien die erste selbstbenannte EP. Neben ebenso skurrilen wie provokanten Texten war auch ein weiteres frühes Markenzeichen der Band auszumachen: Die Cover.

Bizarre Illustrationen und Fotos, meist von der Band selbst gestaltet. Insbesondere durch ihre Liveauftritte konnte die Band immer mehr Fans gewinnen. Darunter Mitglieder von Sonic Youth, Soundgarden oder auch Kurt Cobain, der seine spätere Ehefrau Courtney Love 1991 auf einem Konzert der Butthole Surfers kennenlernte.
Ende der 80er wurde die Musik zugänglicher und auf „Hairway to Steven“ fanden sich nicht nur konventionellere Songs, sondern erstmals auch akustische Gitarren. Nachdem 1991 „piouhgd“ für das Label Rough Trade und die Band kein Erfolg geworden war, schockten die Surfers, indem sie beim Major Capitol einen Plattenvertrag unterschrieben. Schon 92 veröffentlichte Capitol „piouhgd“ erneut, da Rough Trade zwischenzeitlich Pleite ging und das Album nicht mehr erhältlich war. Zusammen mit Led Zepplins Bassist John Paul Jones (momentan durch „Them Crooked Vultures“ im Gespräch) schickte man die Band ins Studio. „Independent Worm Saloon“ hatte mit „Who was in my room last night?” einen respektablen Radio-Hit und zwei Songs wurden bei Beavis & Butthead verwendet. Zwei Alben später schienen Capitol ihr Ziel erreicht zu haben. „Electriclarryland“ erhielt 1996 Goldstatus und hatte mit „Pepper“ einen ersten wirklichen Hit. Doch dann wurde es zunehmend schwieriger mit dem Major.

1998 war der Nachfolger für das Erfolgsalbum fertig: „After The Astronaut“. Eine Illustration von Mark Ryden, inspiriert durch eine Idee von Paul Leary diente als Cover. Die ersten Promos wurden an Journalisten geschickt und sie schickten wiederum Ihre Antwort zurück. Grausam sei die neue Platte, einfach nur schrecklich. Seltsamerweise verabschiedete man sich vom echten Schlagzeug. Nahezu bei jedem Song tuckert der Drumcomputer mit und Haynes scheint gesangstechnisch nicht auf der Höhe zu sein. Das Label zieht die Konsequenzen und veröffentlicht die Platte nicht. Die Band reagiert und feuert ihren Manager Tom Bunch.
1999 staunten die Butthole Surfers nicht schlecht, als sie in den Plattenläden ihr Cover sahen; und zwar ohne die zugehörige Platte und mit einem anderen Bandnamen versehen. Das Artwork wurde für „Shapeshifter“ von Marcy Playground verwendet. Nachdem sich Paul Leary öffentlich aufregte, schob man Capitol den schwarzen Peter zu. Die gaben das Werk als Arbeit ihrer künstlerischen Abteilung aus, ohne Marcy Playground mitzuteilen wofür es zuerst gedacht war. Über den Ursprung der Illustration hatten die keine Ahnung und fühlten sich letztendlich geehrt, dass sie einen Entwurf von Leary ihr eigen Cover nennen könnten. Und auch Leary schien die Entschuldigung anzunehmen.
An „After The Astronaut“ änderte das allerdings nichts. Das Album blieb unveröffentlicht und nachdem man den Streit mit Capitol beendet hatte, nahm die Band das Album erneut auf. „Weird Revolution“ von 2001 ist letztendlich nichts anderes als eine großartige Umarbeitung von „After The Astronaut“. So finden sich ganze acht Songs auf beiden Alben. Schließlich konnte „Weird Revolution“ für einen Indierelease auch beachtliche Erfolge einfahren. Ende gut, alles gut.

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