BLK JKS Live – Hamburg, Knust 11.11.2009

Die Vorfreude ist groß. Ob es noch Karten gibt? Die BLK JKS sind doch das heiße, neue Ding aus Johannesburg. Sich Karten im Vorverkauf zu besorgen ist was für Weicheier. Der Kampf an der Abendkasse ist doch schon der perfekte Einstieg in einen außergewöhnlichen Konzertabend. Oder besser noch: Der Schwarzmarkt. Kleinkriminelle winken mit selbst gedruckten Karten zu Mörderpreisen. Hier werden noch Freundschaften geschlossen, auch wenn man dafür bei der Geldübergabe hinter parkenden Autos hocken muss.Als ich überpünktlich im Knust erscheine trifft mich der Schlag. Gähnende Leere. Wo sind denn die Worldmusicfreaks, die Spexleser und Jazzköppe, die Rockfetischisten, die Verzerrertreter, die Barfußgirls und Musikfachidioten? Die so gehassten Rucksackträger und Basketballprofis? Auf jeden Fall nicht im Knust. Aus “technischen Gründen” verschiebt sich der Einlass auf 21.30 Uhr. Und ich hab noch keine Karte. Oh!
Vielleicht kommen die Massen ja noch. Vielleicht stehen sie in Mailkontakt und wurden benachrichtigt, dass sich alles ein wenig verzögert. Der Kunde ist ja schließlich König. Doch auch um halb zehn wird es nicht zu Prügelleien um Restkarten kommen. Ein Bus mit dänischen, schwedischen oder norwegischen Studentinnen trifft im Knust ein. Wollen wohl ein bißchen deutsche Kneipenkultur schnuppern. Leider haben sie den falschen Tag gewählt. Die Black Jacks sind für sie ein Kartenspiel.
Endlich wird der Konzertsaal geöffnet. Ich zähle kurz durch. Dreißig, vielleicht vierzig Zahlende. Das Licht wird gedimmt. Es kann losgehen. Ach nein, erst mal Soundcheck. Ich torkele zur Bar. Das lange Warten hat mich durstig gemacht. Das sechste Astra schmeckt langsam wie ein Nobel-Pils. So jetzt aber. Der Drummer zählt ein. Eins, zwei, drei, vier…
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Wahnsinn! Mir fliegt die Mütze vom Kopf. Die zur Zeit frischeste Band ist in Hamburg angekommen. Wie damals wohl die Beatles. Sie kloppen sich durch ihre schwierigen Songstrukturen. Knaller! Jedes Lied erweist sich als dreckiges Biest. Das Knust brennt! Und wieder einmal hat fast ganz Hamburg ein Hammer-Konzert verpasst. Pech gehabt…
Wir Pioniere fahren zufrieden nach Hause und können morgen mit dem Eintrittsstempel auf unseren Händen angeben. “Wo warst du denn?” “Bei den Black Jacks!”  “Wo?”

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