Not Available: Death – Debut / …For the Whole World to See (1975)

Es gibt Bandnamen, die sind einfach und genial. Angst z.B. oder eben auch Death. Okay, natürlich gibt es bei so einfachen Bandnamen immer mehrere Gruppen die diesen für sich beanspruchen. So auch bei Death. Doch dies sei vorweggenommen. Wir reden hier nicht über die Death Metal Band aus Florida, sondern die Proto-Punk Band aus Detroit.
Proto-Punk? Alles was vor Mitte der 70er rauskam und nur entfernt an Punk erinnert, nennt man nun also so. MC5, Stooges, Lou Reed oder Sonics. Oder eben auch Death.

Death wurden 1971 von den drei Hackney Brüdern Bobby, David und Dennis gegründet, nachdem sie eine Show von Alice Cooper sahen. Und sie waren schwarz. Ein Umstand, der durch die doch eher von weißen Männern geprägte Punkszene, ihre Mission noch interessanter macht. Dauerte es nicht nur sechs Jahre bis Punk zu dem Ding wurde, sondern genau so lang bis es mit den Bad Brains wieder eine schwarze Punk Band gab. Und wer in sich geht, dem werden auch wenig andere einfallen.
Und hier sind sie also, drei Brüder, die die Brücke zwischen Glamrock und Punk schlugen. Denn wer ehrlich ist, der hört bei Death mehr Glam und mehr Hardrock als Punk raus. 1975 kam dann also die Chance. Per Zufall kamen die Jungs an einen Produktionsvertrag mit Don Davis, der vor allem als Produzent für Stax Records bekannt war. Dieser verschiffte die Band in die United Sound Studios in Detroit, wo sie sieben Songs mit Jim Vitti als Tontechniker aufnahmen. Zu dem Zeitpunkt war der jüngste der Brüder, Bobby, gerade mal 17 und auch der älteste war mit 21 sicherlich noch nicht an seinem Entwicklungsende angelangt.
Und hier wird es schwammig; so behauptet die Band, dass Don Davis mit einem Tape zu dem damaligen Columbia Chef Clive Davis ging, um die Band an diesen zu verkaufen. Der hatte zwar Interesse, bestand aber darauf, dass die Band den Namen wechselt. Death ließe sich nicht verkaufen. – Nichts verstanden.
So dachte wohl auch Mastermind David Hackney, der an einer Rockoper über den Tod schrieb und sich weigerte und somit auf den winkenden Plattenvertrag verzichtete. So weit, so punk.
Nur, kann sich kein anderer der Beteiligten daran erinnern. Don Davis räumte ein, dass er durchaus beteiligt gewesen sein könnte, kann sich aber nicht an ein solches Gespräch erinnern, geschweige denn, ob es damals Diskussionen über den Namen gab. Clive Davis dagegen kann sich überhaupt nicht erinnern und war damals auch gar nicht bei Columbia, sondern Arista Records.
Geschichtsverklärung, oder einfach das nachlassende Gedächtnis? Schließlich liegen die Ereignisse mehr als dreißig Jahre zurück, so lange dauerte es nämlich bis man sich plötzlich für Death interessierte. Zwar brachte die Band 76 noch eine auf 500 Stück limitierte 7inch raus, aber auch diese fand keinen Anklang. Disco war zu jener Zeit das Ding. Also löste sich die Band auf. Die Brüder machten in unterschiedlichen Genres jedoch weiter Musik, gründeten Familien und vergaßen Death.

2008 jedoch hörte Bobbys Sohn Julian Death auf einer Party in San Francisco, wo die Massen total steil auf die selbstveröffentlichte Single gingen. Er rief seinen Vater an, der nicht glauben konnte was er hörte. Nach einer Recherche via Google war klar, da waren nun Unmengen von Leuten, die Death als den heiligen Gral des Punks ansahen. Also kramten Bobby und Dennis – David verstarb 2000 an Lungenkrebs – die alten Bänder raus und mussten auch nicht lange warten. Robert Cole Manis, ein Plattensammler, stolperte über Berichte im Internet über die unglaubliche Geschichte und zögerte nicht. Manis stellte den Kontakt zu Drag City her, die dann die bisher unveröffentlichten Aufnahmen zu dem Debütalbum als „…For The Whole World To See“ im Februar dieses Jahres veröffentlichten.

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