Not Available: Bruce Springsteen – Electric Nebraska (1982)

1982 veröffentlichte Bruce Springsteen mit Nebraska wohl eines seiner besten Alben. Nicht nur des Titels wegen wird dieses Album oft als Vorlage für den Sound von Nebraskas very own Bright Eyes gesehen. Solch intime LoFi Aufnahmen gab es vorher selten zu hören und begründeten im Singer/Songwriter Genre eine neue Untergruppierung. Dabei sollte eigentlich alles anders kommen.
Manch einen erinnern die Aufnahmen viel mehr an Demos als an ein fertiges Album. Und so ist Springsteen auch zwischen März und April 1982 mit seiner E-Street Band im Studio. Als Vorlage hat er bereits im Januar einige Songs auf einem Vier-Spur-Recorder aufgenommen, darunter auch ein gewisses Stück mit dem Titel „Born In The USA“.
Das eigentliche Ziel durch die Demos mit der Band effektiver im Studio zu arbeiten erweist sich bald als Fehleinschätzung. Vielmehr vermisst Springsteen den rauen folkigen Klang. Mehr als einen Monat braucht er um sich sicher zu sein: Der Weg, den er mit seiner Band eingeschlagen hat, macht keinen Sinn.
Er fragt Tontechniker und Produzent Toby Scott, ob es nicht möglich wäre ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen, wenn man einfach die Demos mastern würde. Ein grandioser wie auch mutiger Schachzug, so ist Springsteen doch noch relativ am Anfang seiner Karriere, erst zwei Jahre zuvor hat er mit „The River“ sein erstes Nummer Eins Album. Mit dem kompromisslosen LoFi Sound läuft Springsteen Gefahr Kritiker wie Fans zu vergraulen.
Doch er behält Recht, wenn er über die Demos sagt, dass da eine bestimmte Atmosphäre sei, die die Band nicht zu rekonstruieren vermag. Das Album klettert bis auf Platz 3 der Billboard Charts und schon ein Jahr später wird das Werk durch zwei Coverversionen von Johnny Cash geehrt.
Dennoch brennt es Fans und Journalisten gleichermaßen unter den Nägeln die Band-Aufnahmen zu hören. Obwohl Springsteen gerne alte Schätze aus seinen Archiven kramt sagt sein Manager Jon Landau 2006, dass es unwahrscheinlich sei, dass die Aufnahmen je erscheinen werden. Einzig alleine die Liveshows von 1984 und 1985 können wohlmöglich einen Eindruck davon vermitteln, wie die Bandaufnahmen geklungen haben:

Wie sehr Springsteen von der Atmosphäre seiner Demosessions überzeugt ist, zeigt allerdings die Tatsache, dass er weitere Stücke wie z.B. „Born In The USA“ und „The Big Payback“ später veröffentlichte. „Electric Nebraska“, wie Fans es gerne nennen, bleibt zuweilen unreleased.

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