Prefab Sprout – Let's Change The World With Music

Paddy McAloon kramt in der alten Kiste. Wo liegen denn die ergrauten Tapes? Immer wenn man Demos sucht, findet man sie nicht. Mist! Nach 17 Jahren ist Paddy fündig geworden. Da haben wir aber Glück gehabt. Was war denn 92’/93′ los?

Sony sträubte sich. Der religiöse Tenor der Aufnahmen behagte dem Label nicht. Und am Puls der Zeit waren die Songskizzen angeblich auch nicht. So dürfen wir nun nach Jahren das Nachfolgealbum zu “Jordan: The Comeback” hören. Und was wir hören macht glücklich und sentimental zugleich.
McAloons Stimme knuspert durch sphärige, sonnendurchflutete Harold Faltermeyer-Pumphosen. Die Songs werden angerissen, sind nicht zu Ende produziert(programmiert) und entwickeln so einen Charme des Zeitlosen. Ein Orchester könnte da Abhilfe schaffen, doch Paddy ließ alles so stehen und begibt sich auf digitale Klangforschung in die neunziger Jahre. Immer wieder leuchtet ein Song hell am Firmament auf. McAloon schreibt halt große Songs, da ist es egal, ob auf der Uhr 92′ oder 2009 steht.
Zwischendrin häkeln sich die Pet Shop Boys neue Nachttischdeckchen und Frankie Knuckles nuckelt verträumt am Flutschfinger. Modisch altmodisch klingt das Album. Die Songs ufern aus und die Texte überschlagen sich mit Weitblick und Tiefenschärfe. Gott wacht über uns und die Liebe ist ein seltsames Spiel.
Paddy will uns einfach zeigen, was er damals so in seinem Köcher hatte. Keine brennenden Pfeile eher flauschige. “Let’s Change The World With Music” hätte 92’/93′ nicht gestört und tut das heute auch nicht. McAloons großes Säuseln berührt nach wie vor und unterhält blendend. Ob der aus heutiger Sicht uncoole Sound damals provokant oder innovativ gewesen wäre, ist interessant. Nun aber unerheblich.
Musik verändert die Welt. Egal, ob angestaubt oder “Designermäntelchen-Fresh”. Der Thron bleibt besetzt und Paddy schwingt das Zepter. Lang leben die neunziger Jahre!
Erschienen bei Sony

0 Gedanken zu „Prefab Sprout – Let's Change The World With Music“

  1. Ja ja, wird ja überall gelobt, das Teil. Offenbarung und so. Ich habe mir die Platte mittlerweile auch besorgt, werde aber nicht so recht warm damit. Mir ist das alles zu süßlich … Wäre die Platte schon in den 90ern erschienen, vielleicht könnte man sie heute liebhaben.

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