Reverend & The Makers – A French Kiss In The Chaos

Jon McClure luschert durch die Gardine. Stehen draußen Neonazis mit Baseballschlägern vor der Tür? Jon hat sich aus dem Fenster gelehnt, er kämpft für das Gute und das Böse hat ihn auf dem Kiecker. Er bestraft all die Dummen mit seinen wunderbaren Hymnen. “Silence Is Talking” nutzt “Lowrider” von vorne bis hinten, um dem tanzwütigen Volk, eine Prise Nostalgie in die erlahmten Beine zu spritzen.
Der “Madchester“-Rave hat neues Feuer gelegt. Alte Primal Scream-Shirts werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. “Politics” wird mit Kugelschreibermine in die Haut gestanzt. “You say their ain’t no black in the union jack. Your best form of defence is to go on the attack.” Die bekloppten Nazis warten immer noch. Doch “I don’t want your propaganda” wird ihnen entgegen gebrüllt.
Jon wehrt sich mit Händen und Gitarren. “Statementsraushauen” ist in der Popmusik schon länger verpönt. Das macht ihn so sympatisch. Seine Insel wird musikalisch bereist. Am Tellerrand wartet immer ein volles Pint. Britpoplautmalereien, Sixtiesverformungen, mit Mariachi-Bläsern verbrennen die Vorstadt. Die Stone Roses grinsen aus ihrem Best Of-Paket. Der Reverend beschallt die Indiedisco für Junggebliebene. Wer hätte gedacht, dass so Musik immer noch die Tanzflächen füllt? Alte Brotkrumen werden halt nicht nur für’s Angeln in der Brottruhe aufbewahrt. Manchmal kaut man heimlich darauf rum, nur um den Geschmack vergangener Tage noch einmal zu schmecken.
Reverend, Hochwürden, ich verneige mich vor so viel Mut und Engagement, doch frisches Brot schmeckt einfach besser…
Erschienen bei Wall Of Sound

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