Zoot Woman – Things Are What They Used To Be

Stuart Price legte morgens Madonnas Turnbeutel in den Flur, damit sie ihn auch ja nicht vergisst. Bestückt mit rosa Turnbody und Stulpen. Geh tanzen Baby! Für Seal färbte er sich die Haut, um dem Soul noch näher zu sein. Den Killers besorgte er ein Saxophon und erklärte ihnen den Unterschied zwischen Mensch und Tänzer. Seine Hauptband hatte er vergessen.
Die tourten sich ‘nen Wolf und kein Hahn krähte mehr nach einer neuen Platte. Und jetzt?
Wie aus dem Nichts treten die Jungs wieder in die achtziger Tristesse. Alles ist beim Alten. Die Blake-Brüder tanzen und sentimentalisieren sich durch amtliches Songmaterial. Überhits werden absichtlich vermieden, das sollen die dummen Plagiate machen.
Zoot Woman sind “real”. Das Album bockt sich so durch. Man singt es gerne mit und tanzt engumschlungen mit der nackten Schaufensterpuppe. Die Jungs wissen, was die achtziger Junkies so brauchen. Wie “We Won’t Break” beweist.
Auch kalten Beat, Melancholiestimme und Refrains, die sich tausendmal wiederholen, damit auch Mutti rafft wie ein Starter wie “Just A Friend Of Mine” so funktioniert, gibt es ständig.
Beim fünften Durchlauf liebt man schon einige Songs. Das Kinderzimmer wird zur Edel-Disco. Der rote Schnellhefter brennt fast schon vor der Stehlampe. “Ausschalten” steht in Roboterschrift auf der Blümchentapete.
Nein, es riecht so schön verkokelt. Zoot Woman sind zurück und bleiben die besten Freunde von Stefanie Tücking und Peter Illmann. Meine übrigens auch…
Erschienen bei Snowhite/Universal

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