Lights – Rites

Wäre der Bandname “No Angels” noch frei, würde er perfekt zu den Lights passen. Das Quartett aus New York trägt gerne weiß. Schuhe sind lästig. Barfuß ziehen sie durch schmutzige Straßen und haben genauso verhallt, schmutzige Gitarrensounds im Gepäck. Die siebziger Jahre sind wieder im Rollen. Die Mädels singen wie eine Mischung aus ABBA und Elizabeth Fraser.
Der Bass von Andy Macleod hüpft uns die Melodien vor und am Ende ist er ein Carpenter. Egal ob Richard oder Karen. Da wird man ganz gefühlsduselig. Die Dirty Projectors sind Kollegen im Geiste. Auch hier wechseln Tempo und Stil im Minutentakt. Suchst du im Schrank nach deinem Cowboyhut, bist du im nächsten Moment in einem schwedischen Möbelhaus und wirst zur Dancing Queen. Doch bevor du die silbernen Tanzschuhe zugeschnürt hast, wird dir eine Fransenjacke über die Schulter gelegt und der Tremoloeffekt lässt dich zittern.
Versponnen das ganze, aber sehr liebenswürdig. Psychorock für Klotschenträger. Funk-Soul für Heavyschnäutzer. Die kurzen Sprechparts erinnern an den wunderbaren Knilch Bobby Conn.
Drag City bleibt das Label mit den Freaks. Zur “War Theme” wird in die Hände geklatscht. In “We Belong” flehen mich die Girls an, als hätte ich Antworten. Mir reichen zweistimmiger oder besser noch dreistimmiger Gesang. Hier wird nichts zerredet. “If I Die Tonight Nothing Left To Build”.
Hoffentlich lösen sich die “No Angels” bald auf. Dann kauf ich den Namen und schenke den Lights zu Weihnachten ein neues Antlitz. Und sie singen “I’ll Come Running If You Love Me Today”. Frohes Fest!
Erschienen bei Drag City. Hörbeispiele.

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