Clark – Totems Flare

Eine Ahnung steigt. Ein Wind aus alter Zeit wird eintreffen. In diesem Punkt sind sich alle Futurologen einig. Proben kann man schon, für den Fall. Das Wesen mit dem Ewigkeitsspürsinn weist den Weg. Ein Urahn haucht Groove, unheimlich. Und aus dem Totenreich wächst aus trockenem Boden ein starker Trieb, saftig und grün.
Dann, es flackert. Ein Schalter wird umgelegt. Ansatzlos ist eine gewaltige Maschine in Bewegung und nichts scheint sie mehr stoppen zu können. Dimensionen und Maße sind aus der Untersicht nicht ansatzweise zu erkennen. Metropolis, Telstar, Kernfusion, die ganze Geschichte der Verheißung von unbegrenzter Energie bis in alle Ewigkeit ist sofort präsent.
Eine Windböe setzt Kleinigkeiten in Bewegung. Auch das noch! Ein kalter Schauer macht Gänsehaut. Es ist so, als ob die geliebte Achterbahn mit dem legendären Korkenzieher anfährt und man selbst sitzt im ersten Wagen.
Das fünfte Album von Christopher Stephen Clark ist ein Schlaraffenland für alle Freunde elektronischer Musik. Weites Land! Weites elektronisches Land. “Totems Flare” bietet ein ständig dynamisches Kaleidoskop zahlloser elektronischen Oevres und Ausdrucksformen, dass es einem schon fast unheimlich wird. Bis zum Bersten tighte Rhythmus-Patterns. Knarzende Synthesizer-Motive und -Bässe ohne Ende. Muntere effektierte Sample-Breaks. Breakbeat-Zitate. New-Wave-Zitate. Sparsam gemessene Vocalpassagen. Traurig harmonische Intermezzi. Sogar Gitarren dürfen sich einfinden. Nie entstehen selbstverliebte Längen. Alles ist ausgewogen. Alles ist gut. Alles ist Clark. Da hat einer seinen persönlichen Schutzgeist gefunden.
Totems Flare ist im Juli 2009 bei Warp erschienen.

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