13 Tzameti von Gela Babluani

Glück und Pech liegen oft dicht beieinander. Eben noch Hans im Glück, bist du schnell die kleine Pechmarie. Hat Glück etwas mit Liebe zu tun? Geld spielt leider auch eine gewisse Rolle bei der Definition von Glück. Kann man denn nur glücklich sein, wenn das Konto prächtig bestückt ist? Die Reichen werden des öfteren sogar schneller unglücklich und suchen nach Zerstreuung. Sie benötigen einen Ausgleich, einen Kick. Warum nicht ein bisschen spielen?
Glücksspiel mit Menschenleben könnte die Lösung sein. Geil!
Sebastien gerät eher zufällig in eine Situation, der er vielleicht besser ausgewichen wäre. Doch die Aussicht auf viel Geld lässt ihn Unmenschliches tun. Ein reicher Zirkel trifft sich irgendwo in Frankreich zu seiner grausamen Spielenacht.
Sebastien hat die Einladung bei einem Verstorbenen entdeckt und reist ohne Schimmer an. Jeder der wohlhabenden Lebemänner stellt einen Mann. Sebastien trägt die 13. Dann wird gewettet, wer am Ende übrig bleibt. Die Spielfiguren stehen im Kreis, jeder mit einer Pistole bestückt, die man dem Nebenmann an den Hinterkopf hält. Mit einer Kugel wird begonnen und pro Runde vermehren sich leider nur die Patronen. Sebastien kommt weit. Das Finale ist zum Greifen nah…
Gela Babluani kreiert einen Schwarzweiß-Schocker der fieseren Art. Sein Bruder Georges spielt den jungen Sebastien mit nachhaltigem Ausdruck. Wie schon bei “Hostel” sind es die Reichen, die ihr Geld auf neue, eklige Art und Weise verprassen. Wohin mit all dem Geld? Eine kleine Spielsession könnte da Abhilfe schaffen. Extrem spannend inszeniert und mit einem bitterbösen Ende liefert Babluani ein grausames Stück Europa-Kino ab. Menschen sind bekanntlich zu allem fähig. Vielleicht muss man in diesem Fall sogar deutlich Männer sagen. Langeweile trifft auf Überlebensstrategie. Menschen werden zu Spielfiguren, die wenn sie umgefallen sind, nicht nur Dreck machen, sondern auch noch Geld kosten. Die Armut ist längst in Europa angekommen. Sex reicht längst nicht mehr als Kick aus. Früher wurde einfach der Körper verkauft, um an das schnelle Geld zu kommen. Hier wird gleich das ganze Leben angeboten. Die Reichen diktieren den Markt. Ich spiel nicht mit!
Erschienen bei Alamode Film

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