Esser – Braveface

Blur proben für ihre Festivalgigs die alten Lieder. Gähn! Wir brauchen neue Helden! Ben Esser könnte einer sein. Sein Quiff steht wie ‘ne Eins. An den Instrumenten kann er viel und sein Musikgeschmack ist nicht von schlechten Eltern. Auf “Braveface” macht er fast alles selbst. Er haut uns groovige Drums um die Ohren. Geht fantastisch rein.
Tango, Calypso, Dub und Ska treffen auf Popzitate mit schweren Bässen. Der hat’s drauf. Melodiebeseelt und taufrisch präsentiert sich Esser.
Damon Albarn denkt bestimmt ans Aufhören, wenn er dieses Geschenk des Sommers in die Finger kriegt. Ein Album ohne Fehler. Rotzig vorgetragen, aber immer mit einem Auge auf die Jukebox schielend. Ben Esser lässt uns wieder hoffen, dass Popmusik im Schlafzimmer entstehen kann.
“Headlock”, “Satisfied”, und “This Time Around” versüßen jede Gartenparty mit Tofuwurst. An jedem Baum hängt eine Girlande und die Girls tragen zu kurze Tops. Doch die Bauchnabelpiercings stören nur beim zweiten Hinsehen. Ein bischen prollig das Ganze, aber nicht lieblos.
Ben Esser fasziniert mich. Man rutscht sofort in alte Blur-Fantasien. Und Mike Skinner spielt im hinteren Teil des Gartens Cricket. Mehr Pop geht zur Zeit wohl nicht. Tanzen bis der Doktor kommt. Und wo getanzt wird ist Zloty Vazquez gerne anwesend. Bis zur letzten Pulle. Hier knistert nicht nur die Luft und falls der Regen die Party nach innen verlegt, tanzen die Mädchen auf dem alten Flokati weiter. “Braveface” rettet diesen unterkühlten Sommer, zeigt uns das “Uuuhs” immer noch an der richtigen Stelle platziert, durch Mark und Po gehen können.
Hätte ich noch volles Haupthaar, ich würde mit einem Foto von Ben zum nächstbesten Hairstylisten flitzen. “Einmal so, bitte!”
Erschienen bei Transgressive Records

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