Cut Hands aka William Bennett Live – Düsseldorf, Salon des Amateurs, 17.07.2009

Am vergangenen Freitag gastierte William Bennett mit seinem aktuellen Soloprojekt Cut Hands im Düsseldorfer Salon des Amateurs.  Bennett, als Mastermind der Gruppe Whitehouse bekannt, ist seit Ende der 1970er Jahre Experte für Industrial, Noise und allgemeine Grenzüberschreitungen. Neben den Mitgliedern von Throbbing Gristle und dem später nach Hollywood abgewanderten Graeme Revell vielleicht einer der einflussreichsten Protagonisten dieser Genres.
Wer an jenem Abend jedoch eine irritierende, dekonstruktivistische, selbstironische Strip-Show in der Art von Whitehouse erwartet hatte, oder wer gar seine Ohren auf eine Überdosis Harsh Noise eingestellt hatte, musste zwangsläufig enttäuscht werden.
Bennett brachte mit Cut Hands eine angenehm bescheidene und für ihn eher ungewohnte Ernsthaftigkeit mit in den Salon. Zu einem wahrscheinlich aus den 1950er Jahren stammenden Dokumentarfilm, der Bilder zum Thema Extase bzw. Voodoozauber und Trance aus kolonialen Zeiten eines schwarzafrikanischen Landes zeigte, gab Bennett ein akzentuierte Melanche aus Noise-Layern und Afro-Rhythmpatterns. Eine stets vorwärts treibende hochenergetische Mischung dichter Percussion-Strukturen, die das Blut kontrolliert auf Siedepunkt hielt.
Ton und Bild gingen an diesem Abend sehr gut zusammen, weil sich beide Ebenen gegenseitig verstärkten und nicht beliebig beigestellt waren, was leider eher selten ist; ein sehr konzentriertes 30minütiges Live-Set, dass ein größeres Publikum als ca. 40 Aufmerksame verdient gehabt hätte.
Cut Hands Blog, Whitehouse-Label

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