Ben Klock – One

Ben Klock verpresst zwar nicht den reduziertesten Minimal Techno, aber er ist ziemlich nah dran. Er weiß sehr gut zu unterscheiden, was an einem Clubtrack essenziell ist und was nur Plüsch. Supermayer werden ihm auf die Dauer zustimmen, zustimmen müssen.
Ben Klocks stärkstes Charakteristikum ist das vehemente Eindampfen tonaler Elemente. Alles um die Kernidee des 4/4tel-Drum-Patterns herum wird in die Zentrifuge gesteckt und hinausgeschleudert, wenn es zu prahlerisch ist. Was dann noch übrig bleibt, sind hintergründige Ambiencen, leichte Andeutungen eines weichen Basses, hier und da ein synkopisches Arpeggio-Synth-Motiv – immer sehr detroitmäßig.
Das ungewöhnlichste Element jedoch findet sich auf “Goodly Sin” und dem alles überstrahlenden “OK”. Es sind die schwirrenden Stimmensamples von Elif Bicer. Diese sind zwischen federnden Hi-Hat-Figuren eingebettet, dass sie geradezu psychedelisch umher zu schwirren scheinen und einem charmant aber gefährlich den Kopf verdrehen. Was unklar bleibt: Lauschen wir einer guten Elfe oder einer ihrer fernen Heimat entfremdeten Prinzessin? Man weiß es nicht. Und wird es hoffentlich auch nie erfahren. Auch ein Dancefloor-Leben ohne Legende wäre trostlos. Die Verantwortung tragen die Effekte, gerade weil Delays und Reverse hier so gut funktionieren.
Drumherum ein Hauch von Nichts. Der immer sehr gerade entweder druckvolle pulsende oder fein zurückgenommene Beat ist das feste Konstrukt, steht immer im Vordergrund und fällt doch nie auf. Nur manchmal fängt sich darin ein Discokugelblitz
Um so verwunderlicher, dass dieses einfache Konzept über weite Strecken des Albums gut funktioniert. Ben Klocks Arrangements scheinen so simpel und jahrelang bekannt, dass man staunt in der Summe alle Tracks als originär und frisch zu empfinden. Es ist die Dynamik des einfachen Groove, die überzeugt.
Ben Klocks Album “One” ist im Februar 2009 bei Ostgut erschienen.

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