Patrick Wolf – The Bachelor

“Der kleine Patrick hat sich auf dem Mittelaltermarkt verlaufen. Er möchte bitte von seinen Eltern, in der Nähe der Zugbrücke abgeholt werden.” Doch seine Eltern sind schon mit der Kutsche weiter gezogen. Mach doch einen Song draus! Der Blondschopf hat nur seine Geige im Rucksack. Uncooler geht es nicht. Er selbst nennt sich Prinz. Pop-Prinz mit bisexueller Neigung. Wenn’s schön macht?
Wolf möchte viel. Leider zu viel. Seine gereifte Stimme tenort sich durch riesig angelegte Mittelalterfeste. Schrecklich!
Diese Lieder nerven. Patrick geh in den Wald zurück und schäm dich!  Alles klingt obskur und populistisch zugleich. Die nächste Disco ist zwar zwei Dörfer entfernt, doch für Wolf mit dem Pferd ein Katzensprung. Die Geige wird oft gefiedelt, Alec Empire baut kurz ein paar dampfende Beats, doch diese alte Leier holt keinen Großstadtpopper hinter seinem Notebook hervor.
Eigentlich bringt Patrick alles mit. Er sieht gut aus, liebt beide Geschlechter, spielt mit den Genres. Seine Outfits dürften auch Jürgen Teller oder Wolfgang Tillmans gefallen. Aber seine Musik bleibt hinter allen Erwartungen zurück. Vielleicht hätte er bei Tomlab bleiben sollen, um dort weiter hinterwäldlerische Kleinode zu produzieren. Seine neuen Gassenhauer bleiben immer auf halber Strecke liegen. Dieser dick aufgetragene Pathos schliddert ständig ins Alberne. Vielleicht wäre der Eurovision Song Contest was für ihn. Die Verpackung stimmt schon mal. Geigen sind auch im Kommen. Patrick Wolf…douze points! Von mir gibts leider null. Seine Bachelor-Party kann er alleine feiern. Ich gehe lieber mit Scott Walker ins Ballett.
Erschienen bei Bloody Chamber Music

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