John Zorn – Alhambra Love Songs

Versalzen ist hier nichts. Und trotzdem scheint Zorn bis über beide Ohren verliebt.Der Ausnahmekomponist, mit Hang zu Workaholism, herzt und bauchpinselt seine Lieben. “Alhambra Love Songs” ist süß aber nicht klebrig. Zorns Musiker Rob Burger, Greg Cohen und Ben Perowsky säuseln und geben Kusshand. Piano, Bass und Drums. Wahre Liebe benötigt meistens nicht mehr.
Böse Zungen behaupten, dass sich Zorn nun in den Chill-Out-Areas New Yorks verirrt hat. Doch würden Easy Listening-Schandtäter dem Bösewicht Mike Patton einen Song widmen?
Alle Songs wirken wie kurze, parfümierte Liebesbriefe mit Lippenstiftkussmund. Harry Smith bekommt einen musikalischen Schmatzer überbracht. Clint Eastwood eine groovige Streicheleinheit. Mit Leichtigkeit arrangiert verzaubert das Trio von der ersten bis zur letzten Sekunde. John Zorn selbst spricht von einer Ode an die San Francisco Bay Area und all ihrer Künstler. Man atmet bedächtig und schließt seine Augen. Wenn wahre Liebe so schön ist wie dieses Album, dann ab in den Fachmarkt und jahrelanges Glück kaufen…
Schöntrinken muss man sich hier nichts und am Ende gibt es für David Lynch Morbidität mit Gänsehaut. Ach, muss wahre Liebe schön sein! Und das Tolle ist, scheint sie vorbei, kann sie schnellstens wieder von vorne beginnen. Nur eine Handbewegung!
“Let love rule!”
In Liebe euer Zloty Vazquez
Erschienen bei Tzadik
Rezension zu John Zorns “El General” findest du hier

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