Diary Of The Dead von George A. Romero

“Sind wir es wert gerettet zu werden?”
Diese Frage versucht Romero erst gar nicht zu beantworten. Ihm geht es um etwas anderes.
Junge Filmstudenten drehen einen Zombiefilm im Wald, als sie die Nachricht erreicht, dass in der Stadt unglaubliche Dinge passieren. Tote erwachen und infizieren Lebende mit ihren Bissen. Der Virus ist im Umlauf.
Jason Creed, der junge Regisseur des Films im Film, nutzt diese Gelegenheit, um der Welt ungeschönte Bilder zu präsentieren. Die Wahrheit, unverfälscht mit hektischer Schulterkamera gefilmt, wird bei MySpace gepostet. Die Welt reagiert und die vielen Clicks zeigen, dass sich Menschen dafür interessieren, das Elend mit eigenen Augen und mit dem Stempel der Echtheit sehen zu wollen. Am Ende schneidet die Freundin des Regisseurs den Film zu Ende. Obwohl sie der ganzen Filmerei kritisch gegenüber stand. Doch für die Nachwelt möchte sie das Vermächtnis ihres Freundes bereitstellen. In einem geschützten “panic-room” in einer Villa wartet sie auf das Ende oder auf Hilfe. Doch die ganze Welt ist bereits infiziert. Mit Zombies und Voyeuren.
Romeros Medienkritik trifft ins Schwarze. Auch wir als Zuschauer sind Teil des realen Wahnsinns in unserer Welt. Alles Echte geilt uns auf, alles andere bleibt Kinderkram. Die “torture-porn”-Welle belegt dies eindeutig. Je einfallsreicher die Foltermethoden, desto voller sind die Kinosäle. Wann zeigt Obama uns endlich die Folterbilder?
Romero belebt das Zombiegenre nicht neu und doch gelingt ihm mit “Diary Of The Dead” eine Weiterführung seiner Vision der lebenden Toten. Menschen sind zu vielem fähig. Ob lebendig oder tot!
Die Dokumentation zu “Night Of The Living Dead” sei hier auch empfohlen.
Erschienen bei universum film

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