Hardwaremusic

Ausgemusterte Hardware als Musikinstrument, das könnte ein neuer Trend werden. Daniel Decker hat recherchiert, wie es geht.
Manch einer wird bestimmt schon über die Remixe von Queens “Bohemian Rhapsody” oder Radioheads “Nude” gestoßen sein. Gebannt und unglaubwürdig schaut man sich die Clips an und fragt sich: “Wie zum Teufel geht das?!”


Bei den Festplatten, die u.a. bei Radioheads “Nude” eingesetzt werden, ist die Antwort ganz einfach. James Housten, Absolvent der Glasgower School Of Art und Schöpfer des Remix, bezeichnet die Festplatten in seinem Clip bereits korrekt als Hard Drive Speakers und entmystifiziert sie damit. Mit einem einfachen Lötkolben kann man aus jeder ausrangierten Festplatte Lautsprecher machen.
Einfach die Platte auseinandernehmen, bis man den Arm fürs Lesen und Schreiben vor sich hat und dann an dessen Spule nur noch zwei Kabel befestigen, die man später an den Line Out seiner Anlage anschließt. Das tolle ist, dass der Mechanismus im Einklang mit dem Sound ausschlägt.
Wie man es richtig macht kann man hier sehen:
Hard Drive Speaker System

Allerdings sollte man ein wenig Geduld mitbringen, da nicht alle Festplatten baugleich sind und man ggf. ein wenig suchen muss um die richtigen Anschlüsse für seine Kabel zu finden.
Auch bei dem Scanner ist die Antwort relativ leicht zu finden, meist handelt es sich bei den benutzten Geräten um Modelle der HP Scanjet Serie und für diese Scanner gab es einen kleinen Hack mit dem man Musik machen konnte. Über den SCL (Scanner Control Language) Code Play Tune konnte man den Motor des Flachbrettscanners so kontrollieren, dass dieser hörbare Frequenzen produziert.
Das Programm um diesen Hack zu nutzen findet sich hier:
Scanjet Music

Aber wie geht das mit den Diskettenlaufwerken? Hier funktioniert sicherlich das selbe Prinzip wie beim Scanner. Vielerorts kann man lesen, dass dies über Programme auf einem Amiga, Apple II oder auch C64 möglich gewesen ist.
Eines dieser Programme ist FloppyMIDI. Ein Treiber mit dem man sein Laufwerk via MIDI-Files mit Noten füttern kann. Die Klangerzeugung erfolgt dann ähnlich wie beim Scanner durch den Stepmotor im Lesemechanismus.
Allerdings zwingt dieser Missbrauch das Laufwerk und alle Disketten, die in ihm stecken, in die Knie.
Insbesondere diese Sache interessiert mich, alte Laufwerke habe ich in solchen Massen, dass ich mir eine Big Band zusammenstellen könnte. Wie man sein altes Floppy Laufwerk als Rekorder mit ungewöhnlichem Delay benutzt erklärt Circuit Girl in diesem Video:

Alte Nadeldrucker als Ryhthmusgeber zu verwenden scheint da noch das Simpelste zu sein. Schließlich waren die Monster unendlich laut. Wenn man jetzt also eine bestimmte Zeichenfolge druckt, die ein wiederholendes Muster hat (Abstände, etc.) dürfte man recht schnell einen passenden Rhythmus bekommen.
Und jetzt Ihr! Wie schön wäre es bald an der Bar zu stehen und beim Flirten anzugeben: “Also eigentlich bin ich Musiker, ich spiele übrigens Nadeldrucker.”

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