Sonic Youth Live – Düsseldorf 24.04.2009

Anlass des Konzertes war die aktuelle Ausstellung “SONIC YOUTH etc.: SENSATIONAL FIX” in der Düsseldorfer Kunsthalle vom 31.01. bis 10.05.2009. Gewissermaßen als Dank für die Anerkennung schoben Sonic Youth am 24. April auf ihrer aktuellen Minitour eine Live-Sonderschicht im Düsseldorfer Beton-Club 3001 ein. Zur Verstärkung brachten Gordon, Moore, Ranaldo und Shelley an diesem Abend Mark Ibold von Pavement an der Bassgitarre mit auf die Bühne.
Der Club war mit 1200 Gästen ausverkauft, dennoch war die Stimmung seltsam verhalten, geradezu distanziert. Und die Distanziertheit beruhte merkwürdigerweise auf Gegenseitigkeit. Obwohl die Rahmenbedingungen stimmten, fehlte irgendwie die letzte Intensität und Hingabe auf Seiten von Band und Publikum. Wenn die Ansagen einsilbig waren, wurde schon verhältnismäßig viel gesagt. Wenn sich ein jubelndes Paar Arme in die Luft warf, dann blieb es meistens allein.
Nach dem dritten Stück z.B. entsteht eine kleine Pause, Thurston Moore wendet sich leicht vom Publikum ab und murmelt halblaut “Düsseldorf”. Gleichzeitig erscheinen auf dem Hinterbühnenscreen Impressionen aus einer Publikumsmenge. Moore hebt langsam den rechten Arm und winkt kurz die Menge im Video an. Das war’s, nächste Gitarre, nächste Stimmung, nächstes Stück. So blieb es insgesamt den ganzen Abend recht kühl, obwohl der Sound gut war, obwohl die illustrativen Videos klug ausgewählt waren (Bühnennebel nur auf der Leinwand!), obwohl die Backliner an den Dutzendgitarrenbatterien ihre brave Arbeit verrichteten und obwohl das Set mit zwei Zugabenblöcken ca. 85 Minuten umfasste und eine ausgewogene Retrospektive des Sonic-Youthschen Werkes abbildete. Es blieb dennoch die souverän, aber sachlich verwaltete Bestandsaufnahme eines großen Gitarrenwerkes.
Das einzige Stück, das mich dann doch noch mit seiner ganzen Schönheit erreichte, war auch schon die letzte Nummer des Abends. “Expressway to Yr. Skull” von einem der besten SY-Alben “Evol” – schneidend und weinend lief es in einen gut 10minütigen Instrumental-Epilog aus. Immer noch eine der charakteristischen Forschungsgebiete und Kernaussagen von Sonic Youth, Soundschichtungen, Noisewalls, Restbrummen, Dauerrückkopplungen, die sich Nuance um Nuance zu einander verschieben, aufschaukeln, wieder abklingen. Hätte für mich noch sehr viel länger so weiter gehen können, in Feedbacks. Schade. Ein wenig.

0 Gedanken zu „Sonic Youth Live – Düsseldorf 24.04.2009“

  1. Stimmt, abgesehen von dem Raum mit Schallplattenmeer war der Ausstellungsteil mit den spannenderen Exponaten im KIT. Und @ cornichon: Ich weiß, es geht ja nichts über ein gesundes Vorurteil, aber das 3001 bot an jenem Abend immerhin einen sehr guten Sound, davon kann z.B. das Zakk nur träumen.

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